
01.02.2010 | Montag
"Es macht tieftraurig, dass wir nicht aus unseren Fehlern lernen und sie stattdessen auch noch mehrfach wiederholen", erklärte Per Mertesacker nach dem Schlusspfiff in Mönchengladbach selbstkritisch. Bei der Fohlen-Elf verlor der SV Werder am Samstag mit 3:4. Der letzte Liga-Sieg der Grün-Weißen datiert vom 21. November 2009 (6:0 in Freiburg).
"Wir sind weit von den Zielen entfernt, die wir vor fünf Wochen noch in Reichweite hatten. Da gehen wir jetzt sicherlich nicht zur Tagesordnung über", verdeutlicht Sportdirektor Klaus Allofs den Ernst der Lage. Die Videoanalyse unter der Woche verlief laut Thomas Schaaf eigentlich sehr erfolgreich, doch am Samstagnachmittag lieferte seine Elf auf dem Platz den Gegenbeweis. Sichtlich enttäuscht suchte der Trainer nach Erklärungen für die Pleite am Niederrhein: "Die erste halbe Stunde ist schwer zu verstehen. Wir haben keinen Zweikampf gewonnen und sind nur um die Gladbacher herum gelaufen."
"Die Spieler sind verunsichert, sie haben Angst vor der Niederlage", urteilt Klaus Allofs. "Man hat es ihnen angesehen, wie geschockt sie waren, als es plötzlich 0:3 stand." Marco Reus (4.), Roberto Colautti (13.) und Raul Bobadilla (18.) sorgten mit ihren frühen Treffern für den großen Schreck. Das kleine Fünkchen Hoffnung auf Besserung nach dem Tor von Mesut Özil (26.) erstickte abermals Raul Bobadilla im Keim (35.). Ein Pizarro-Kopfball (40.) landete noch in den Maschen. Trotzdem: 2:4 zur Pause bedeutete schlechte Voraussetzungen für Hälfte zwei.
"So einen Rückstand holt man nicht mehr auf", erklärte Schaaf. Er sollte Recht behalten. Seine Mannschaft kam zwar noch einmal ran, weil Kapitän Torsten Frings per Foulelfmeter den Anschlusstreffer markierte (85.), doch dieser kam letztlich zu spät. Am Ende standen die Grün-Weißen zum fünften Mal in Folge mit leeren Händen da.
Die Niederlage am Samstag machten die Klubvertreter nicht an individuellem Verhalten fest, sondern an der Teamleistung. "Defensive", sagte Klaus Allofs, "betrifft ja nicht nur die Abwehr, sondern immer die gesamte Mannschaft." Was sich ändern müsse, wäre klar, doch nun sei auch Geduld gefragt: "Wir müssen weitermachen. Bis sich das Fehlverhalten, das sich in den Köpfen der Spieler eingeschlichen hat, wieder raus ist, kann es dauern." Doch Allofs weiß auch, dass die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb mit fortschreitender Dauer nicht einfacher wird. Nun schon sieben Zähler Abstand auf den Tabellenfünften, die Konkurrenz aus Hamburg, sind eine Menge Holz: "Wir müssen schnell die Wende schaffen."