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08.03.2010 | Montag

Gegen den VfB Stuttgart konnte der SV Werder Bremen am Wochenende ein schon verloren geglaubtes Spiel noch halbwegs erfolgreich beenden: Nach einem 0:2 zur Pause erkämpften sich die Grün-Weißen dank später Tore von Hugo Almeida (75.) und Torsten Frings (81.) doch noch ein 2:2-Unentschieden und sicherten sich so einen Zähler gegen die direkte Konkurrenz um ein Europa-League-Ticket.

Die Liste der Verletzten war schon vor dem Spiel lang, die Alternativen für Thomas Schaaf also sehr gering. So blieb dem Werder-Chefcoach in der 69. Spielminute beim Spielstand von 0:2 nichts anderes übrig, als Stürmer Markus Rosenberg für Außenverteidiger Sebastian Prödl zu bringen. Skurril allerdings: Der Angreifer reihte sich nicht in den vorderen Reihen ein, sondern vertrat den Österreicher auf der rechten Außenbahn. Und das tat Rosenberg mit Bravour.

"Da sieht man, dass wir personell auf dem letzten Loch pfeifen, dass wir in einer brenzligen Situation stecken, in der wir immer wieder Hiobsbotschaften wegstecken müssen", erklärte Nationalverteidiger Per Mertesacker. Doch Schaafs Notlösung war ein genialer Schachzug. Werders Spiel bekam endlich Struktur. "Am Ende lässt sich auch sagen, dass wir alles richtig gemacht haben, ihn dort einzusetzen. Wir haben noch unentschieden gespielt", freute sich Per Mertesacker.

Bevor die besseren zwanzig Minuten mit Außenverteidiger "Rosi" jedoch begannen, liefen die Bremer den Gästen aus Suttgart meist hinterher. Mit der ersten Möglichkeit des Spiels brachte Pavel Pogrebnyak den VfB nach 15. Minuten in Führung. Die Schwaben kontrollierten fortan die Partie, ließen den Hanseaten kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Erst in Minute 21 wurde Bremen mit einem Naldo-Freistoß erstmals zwingend gefährlich. Nach einer Kopfballablage von Claudio Pizarro besorgte Tim Borowski anschließend den vermeintlichen Ausgleich, stand dabei aber im Abseits (26.). Vier Minuten später flankte Aaron Hunt auf Marko Marin, der den Ball per Kopf auf Pizarro ablegte. Der Peruaner scheiterte aus fünf Meter aber an VfB-Keeper Lehmann. Dann ging Özils Volleyschuss nur knapp am Kasten der Stuttgarter vorbei (34.). Nach einem Distanzversuch von Molinaro, den Wiese entschärfen konnte, erzielte quasi im Gegenzug Claudio Pizarro ein weiteres Abseitstor (41.). Es war die beste Phase der Bremer in Hälfte eins, die anschließend von den kompakt stehenden Schwaben einen weiteren Dämpfer vor der Pause erhielten.

Erst kam Cacau mutterseelenallein vor Tim Wiese an die Kugel und vergab eine Riesenchance, doch dann machte es Sami Khedira besser. Ein Flankenball von Timo Gebhart fand mustergültig den Kopf des Stuttgarter U-21-Europameisters, der die Kugel aus fünf Meter unter das Gebälk knallte (42.).

Nach der Pause kam Hugo Almeida in die Partie, um die Offensive zu stärken, doch allein die Gäste stürmten weiter. Cacau setzte in der 52. Minute Aliaksandr Hleb gut in Szene, doch der Weißrusse verstolperte die Kugel vor Wiese. Fünf Minuten später versuchte es der Deutsch-Brasilianer selbst, ein bärenstarker Tim Wiese vereitelte die Möglichkeit von "Helmut" Cacau allerdings noch. Stuttgart hatte wieder alles im Griff. Zu diesem Zeitpunkt hätte niemand erwartet, dass Werder die Partie noch drehen könnte. "Wir waren von Beginn an nicht so druckvoll und haben uns das Leben selber schwer gemacht", urteilte Schaaf. "Am Schluss haben wir mehr getan und waren damit auch schon viel besser im Spiel."

Diese bessere Schlussphase begann in Minute 69. Mit Markus Rosenberg kam überraschend mehr Ordnung in die Defensive, zudem sorgte der Schwede für neue Offensiv-Impulse. Den Anschlusstreffer besorgte jedoch ein anderer Einwechselspieler. Hugo Almeida nahm den Ball nach einem weiten Pass von Per Mertesacker perfekt an und hämmerte die Kugel vom linken Strafraumeck flach ins Netz (75.). Wenig später holte Stefano Celozzi im Strafraum Marko Marin von den Beinen, und Torsten Frings verwandelte souverän zum 2:2-Ausgleich. Thomas Schaafs Plan ging am Ende also voll auf: Werder schaffte es, in einer Partie, die zwischenzeitlich schon verloren geglaubt war, doch noch einen wichtigen Punkt gegen den VfB Stuttgart einzufahren.